Sie planen ein historisches Kostüm oder interessieren sich für Mode der Renaissance? Dann ist die Pluderhose ein Begriff, der Ihnen begegnen wird. Diese weite, bauschige Hose war im 16. und frühen 17. Jahrhundert in Mitteleuropa verbreitet und wurde besonders durch Landsknechte populär.
Wie Historische Quellen und Museen die Pluderhose Dokumentieren
Wer die Pluderhose heute studieren möchte, greift auf Gemälde, Stiche und erhaltene Textilfragmente zurück. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg besitzt beispielsweise mehrere originale Belege aus dem späten 16. Jahrhundert. Auch das Kunsthistorische Museum in Wien zeigt Darstellungen von Höflingen in prächtigen Pluderhosen. Die Online-Datenbank des Deutschen Textilmuseums Krefeld listet zudem schriftliche Erwähnungen aus Kleiderordnungen, die den Stoffluxus einschränken sollten. Diese Quellen belegen, dass die Hose aus teuren Materialien wie Samt oder Seide gefertigt wurde – ein klares Zeichen für Wohlstand.
Ursprung und Verbreitung der Pluderhose im 16. Jahrhundert
Der Begriff leitet sich vom Verb „pludern“ ab, was so viel wie „bauschen“ bedeutet. Die Pluderhose tauchte erstmals um 1520 im deutschsprachigen Raum auf. Besonders die Landsknechte, Söldner des Heiligen Römischen Reiches, machten sie zu einem modischen Statement. Sie kombinierten die weite Hose mit einem Wams und einer Schaube, einem langen Überrock. Um 1570 erreichte die Pluderhose ihre extremste Weite – manche Exemplare maßen im Umfang über zwei Meter. In den Niederlanden und Frankreich wurde sie ebenfalls getragen, wenn auch oft in gemäßigteren Formen. Ab etwa 1620 verschwand sie allmählich aus der Alltagsmode, da schmalere Silhouetten bevorzugt wurden.
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| um 1520 | Erstes Auftreten im deutschsprachigen Raum |
| um 1570 | Größte Weite und extreme Ausmaße |
| ab 1620 | Rückgang zugunsten schmalerer Hosen |
Was die Wiederbelebung der Pluderhose in den 1970er Jahren lehrt
Ein bemerkenswertes Revival erlebte die Pluderhose in den 1970er Jahren. Damals griffen Modedesigner wie Kenzo Takada das historische Vorbild auf und interpretierten es neu. Die weiten, schlitzverzierten Hosen passten in die Ära der Flower-Power- und Hippie-Bewegung, die üppige Stoffe und historische Anleihen schätzte. Der schwächere Punkt dieser Wiederbelebung: Sie blieb ein Nischenphänomen und erreichte nie die Breitenwirkung der Renaissancemode. Dennoch zeigt das Beispiel, dass historische Kleidungsstücke immer wieder als Inspirationsquelle dienen können – vorausgesetzt, sie lassen sich an zeitgenössische Schnitte anpassen.
Pluderhose im Vergleich zur spanischen Pumphose und zum Culotte
Die Pluderhose wird oft mit der spanischen Pumphose verwechselt, die ebenfalls weit war, aber meist kürzer und ohne Schlitze auskam. Die Pumphose endete häufig knapp unter dem Knie, während die Pluderhose bis zum Knöchel reichte. Ein weiterer Unterschied: Die Culotte, ein knielanger weiter Rockhosen-Schnitt des 20. Jahrhunderts, hat keine historische Verbindung zur Pluderhose, obwohl sie optisch ähnlich wirkt. Die Culotte entstand erst in den 1920er Jahren als Damenmode. Wer also ein Renaissance-Kostüm plant, sollte zur Pluderhose greifen – die spanische Pumphose gehört eher in die Mode des 17. Jahrhunderts.
Frequently Asked Questions
Wie viel kostet eine originalgetreue Pluderhose heute?
Ein maßgeschneidertes Replikat aus hochwertigen Stoffen kann zwischen 200 und 600 Euro kosten, je nach Detailtreue und Material. Günstigere Varianten für Feste gibt es ab etwa 80 Euro. Für zusätzlichen Hintergrund erklärt Pluderhose das Thema ausführlicher
Wo wurde die Pluderhose zuerst getragen?
Die frühesten Belege stammen aus dem deutschsprachigen Raum, insbesondere aus Süddeutschland und der Schweiz. Von dort verbreitete sie sich in die Niederlande und nach Frankreich.
Was ist eine Pluderhose genau?
Die Pluderhose ist eine weite, bauschige Hose der Renaissance, die durch Längsschlitze das farbige Futter oder Unterkleid zeigt. Sie wurde von Männern getragen und galt als Statussymbol. Details zum Hintergrund werden in SF HEMA Pluderhose Pants 350N | Historical Fencing Gear Supplier | Supfen dokumentiert
Stimmt es, dass die Pluderhose von Landsknechten erfunden wurde?
Das ist nicht vollständig belegt. Landsknechte trugen sie zwar prominent, aber die genaue Herkunft ist unklar. Möglicherweise entwickelte sie sich aus älteren Beinlingen und wurde von Söldnern populär gemacht.
Wie viele Schlitze hatte eine typische Pluderhose?
Eine genaue Zahl ist nicht überliefert, da die Anzahl variierte. Auf zeitgenössischen Abbildungen sind oft zwischen sechs und zwölf Schlitze pro Bein zu sehen, manchmal auch mehr.